Ali al-Muqri

Ali al-Muqri Ta'm aswad, ra'iha sauda

Ta'm aswad, ra'iha sauda

Dar as-Saqi
Sprache: Arabisch
1. Auflage ()
Paperback, 119 Seiten
Verfügbarkeit: 14
14.00 € 

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Schwarzer Gesch­mack, schwarzer Geruch. Geboren 1966 in Taiz, der libe­ralsten Stadt im Berg­land des konser­va­tiven Nord­jemen, begann Ali Al-Muqri mit 18 Jahren zu schreiben. Einige Zeitungs­ar­tikel sorgten für ein erstes kleines Einkommen, doch schon bald erschienen auch erste avant­gar­dis­ti­sche Gedichte und Kurz­ge­schichten. Das Kultus­mi­nis­te­rium verbot ihm 1987 einen zu erotisch gera­tenen Gedicht­band. Als die Situa­tion im Land nach der Verei­ni­gung mit dem Südjemen die Grün­dung unab­hän­giger Zeit­schriften erlaubte, wurde Ali Al-Muqri zu einem gefragten Kultur­re­dak­teur in meist progres­siven, oppo­si­tio­nellen Organen. Seit 1997 war er Mither­aus­geber von »al-Hikma«, der Verbands­zeit­schrift des Jemeni­ti­schen Schrift­s­tel­ler­ver­bandes. Seit 2007 leitet er die damals neu gegrün­dete Lite­ra­tur­zeit­schrift »Ghaiman«. Ali Al-Muqri fand mit seiner Lite­ratur Anklang in Fach­k­reisen, wurde im Jemen aber zunächst vor allem dadurch bekannt, dass er Ende der 1990er Jahre in der Presse eine islam­wis­sen­schaft­liche Unter­su­chung mit dem Titel »Al-chamr wan-nabidh fi I-islam« (2007 in Buch­form erschienen Ü: Der Alkohol im Islam) veröf­f­ent­lichte. Nach zwei Folgen musste er zunächst abbre­chen, denn sein Fazit, dass der Islam den Alkohol nicht verbiete, rief die isla­mis­ti­sche Szene auf den Plan und brachte dem Autor neben einer zeit­wei­ligen Gefähr­dung einen Ruf ein, der seinem Image durchaus förder­lich war. Er unter­mau­erte sein Renommee als Reiz­figur der Isla­misten auch in den Folge­jahren mit eroti­schen Gedichten und Abhand­lungen gegen reli­giöse Repres­sion. Al-Muqri zitiert gerne Nietz­sches Satz »Alles Verbo­tene zieht mich an«. Tatsäch­lich scheint sein Werk dies zu bestä­tigen. 2008 erschien schließ­lich sein erster, von der arabi­schen Kritik hoch gelobter Roman »Ta'm aswad, ra'iha sauda« (Ü: Schwarzer Gesch­mack, schwarzer Geruch), eine doku­men­ta­ri­sche, scho­nungslos offene Erzäh­lung über die Rand­gruppe der »Achdam«, die im Jemen eine rassis­tisch diskri­mi­nierte, weit­ge­hend tabui­sierte Paral­lel­ge­sell­schaft bilden. Ihnen wurde damit zum ersten Mal ein litera­ri­sches Werk gewidmet. Der Ich-Erzähler bricht aus der eigenen »weißen« jemeni­ti­schen Gesell­schaft aus und wird über die Bezie­hung zu einer »schwarzen« Achdam-Frau in deren Gemein­schaft aufge­nommen. Hier begegnet er einer Viel­zahl von Schick­salen, die von Ernie­d­ri­gung und Benach­tei­li­gung, aber auch von Stolz und Lebens­f­reude künden. In seinem Roman scheint Al-Muqri dem Körper­li­chen Vorrang zu geben. Die Prota­go­nisten spre­chen nicht von Liebe, sondern vom »Geruch des Körpers«, der zu Flucht und Rebel­lion verleitet. In seinem aktu­ellen Roman »Alya­hudi alhali« (2009 Ü: Der schöne Jude) wird die Liebes­ge­schichte zwischen einer Muslimin und einem Juden im Jemen des 17. Jahr­hun­derts geschil­dert. Ali Al-Muqri lebt in Sanaa. (inter­na­tio­nales lite­ra­tur­fes­tival berlin).