M. Sharaf

M. Sharaf Tee mit Pfefferminze

Tee mit Pfefferminze

(schai bi-nana)

M. Sharaf


Language: German
1. Edition (2000)
Paperback, 195 pages
Availability: next-day delivery
8.00 € 

Add to Shopping Cart

Und deshalb hoffe ich, daß dieses mit leichter Hand geschriebene Buch vielen Menschen einen kleinen Eindruck von jenen Aspekten des islamischen Orients gibt, die auch mir lieb und teuer sind. - (Annemarie Schimmel). Inhalt:. Ein ägypter reist mit seiner deutschen Frau erstmals in seine Heimat. Was er ihr zeigen will, entspricht selten dem, was sie erwartet. Was sie erwartet, liegt ihm meistens völlig fern. Sei es der Besuch eines touristisch aufgemotzten Cafés, der Ausflug zu den Pyramiden, der Einkauf von landestypischen Stücken, die Einkehr in ein Männercafé oder der Bummel in Kairos hektischem Straßenverkehr. Auf selbstironische Art, manchmal mit einem Anflug von gefälligem Paternalismus - auch das möglicherweise kulturspezifisch - beschreibt der Autor M. Sharaf die Missverständnisse und unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Protagonisten. Dabei gelingt es ihm, die Perspektive des ägypters ebenso zu relativieren wie die seiner deutschen Frau. Was da aufeinander prallt, sind die pure Alltäglichkeit und die unterschiedlichen Vorstellungen, wie damit umgegangen werden soll. Die deutschen Erwartungen an Ordentlichkeit, Pünktlichkeit und Müllentsorgung im Gegensatz zur ägyptischen Einstellung zu Zeit, Ordnung und Sauberkeit, aber vor allem auch der Anspruch von Intimität im Gegensatz zur ständigen Beanspruchung in einer Großfamilie. Dass diese zu einem bourgeoisen Milieu gehört, macht den Aufenthalt einer Deutschen zumindest angenehmer. Des Rudeladaseins entwöhnt, kann sie doch den Charme einer allzeit bereiten Großfamilie genießen. Die Orientalistin, Annemarie Schimmel, hat das Vorwort geschrieben. Ihr pathetisches Fazit: - Wer einmal die Wärme in einer orientalischen Familie erlebt hat, kann gar nicht widerstehen. Es mag schwierig für die an Alleinsein und knappe Organisation gewöhnte Europäerin sein, sich in diese Wärme einzufügen, aber trotz mancher heimlicher Seufzer über das oft allzu nahe Miteinander ist man dankbar für die herzliche Aufnahme in der Familie. - Das Buch ist weder eine literarische Leistung noch ein Ratgeber für Kulturkontakt, es zeichnet sich durch Leichtigkeit und das Fehlen von Rechthaberei aus. Damit zeigt es mehr über die allzu oft bemühte und exotisierte orientalische Lebensweise als so manche seriös daherkommende Analyse. Ein Buch, das menschelt ohne Besserwisserblick. Für alle Eingeheirateten und sonstigen Freunde des Orients empfehlenswert. (taz, 10. 01. 2000). M. Sharaf ist 1955 in Kairo geboren worden. Mitglieder seiner Familie reisen seit Generationen nach Asien, Europa und Amerika, nicht nur um Handel zu treiben, sondern auch um an den ideellen Reichtümern dieser Welt zu partizipieren. Doch alle sind sie immer wieder an den Nil zurückgekehrt. M. Sharaf studierte Business Administration an der American University, Kairo. Wie seine Vorfahren zieht es auch ihn in die Ferne und zurück. Trotz vieler Auslandsaufenthalte ist Ägypten für ihn der Nabel der Welt geblieben. M. Sharaf ist überzeugt, dass ägypter entweder auf einem Auge blind sind oder mehr sehen als andere. Seine Frau, die er auf einer Geschäftsreise in Deutschland kennen lernte, hat ihm Europa, aber auch Ägypten näher gebracht. Durch die Erfahrungen mit seiner Frau wächst bei ihm die Überzeugung, dass auch nicht gebürtige ägypter zur ägyptischen Blindheit oder dieser außerordentlichen Sehkraft der Bewohner des Nillandes befähigt sind. ägypter sein ist also ein jahrtausende alter, latent vorhandener Entwicklungszustand der Menschheit. Wenn wir also endlich erkennen würden, so der Autor, dass wir eigentlich alle ägypter sind, dann gäbe es keine Kriege und sonstigen Missverständnisse mehr.